© Stadtwerke Schifferstadt
designed by: Bösling, Zeh + Partner
Energieversorgung in Schifferstadt
Die Geschichte der Stromversorgung in Schifferstadt.
Die öffentliche Stromversorgung in Deutschland war 13 Jahre alt - in Berlin erzeugte das erste Elektrizitätswerk seit 1884 Strom, auch in der Pfalz (Kaiserslautern, Pirmasens, Homburg) rotierten bereits die Generatoren - als am 10.11.1897 in Schifferstadt der Gemeinderat eine Konzession zur Errichtung eines Elektrizitätswerkes vergab.
Staatliche Stellen kümmerten sich nicht um die Förderung dieser neuen Technik. Das Gesetz des Handels lag bei Privaten, die durch die Behörden, hier das königliche Bezirksamt Speyer, in ihrem Vorhaben eher behindert als ermuntert wurden.
Die damaligen Initiatoren für Stromnetze und Kraftwerke waren Privatfirmen, die durch die Gemeinden konzessioniert wurden. Viele Ortsversorgungen in Nord- und Südbaden, aber auch in der Rhein-Pfalz sind auf Initiativen der Gemeinden entstanden.
Am 19.11.1899 ging in Schifferstadt das von der Süddeutschen Elektrizitäts-Aktiengesellschaft errichtete Werk in Betrieb. Spätere Eigentümer waren die Rheinische Schuckertgesellschaft, Mannheim, später die Rheinische Elektrizitätsgesellschaft (Rheinelektra). Die Nutzung neuer Beleuchtungstechniken war von einer Art Glaubenskrieg begleitet: Gaslicht oder elektrisches Licht - das war die Frage. Beispielsweise behinderte in Speyer das Gaswerk von 1860 die zusätzliche Einführung der Stromtechnik. Erst im Jahre 1912 setzte sich auch dort die Elektrizität durch, parallel zur Gründung der Pfalzwerke.
In späteren Jahren ist in den meisten Fällen die Stromerzeugung innerhalb der Orte wieder aufgegeben worden. Großkraftwerke mit verbesserten Techniken der Dampferzeugung und der Turbinen- und Generatorenanlagen konnten in größeren Einheiten arbeiten und so Strom billiger erzeugen. Das eigene Kraftwerk Schifferstadts ist folgerichtig dann auch 1921/22 abgeschaltet worden; das genaue Datum ist nicht feststellbar.Strom wurde angekauft und weiterverteilt.
Die Regierung der königlich Bayerischen Pfalz hatte vorher schon ihre Haltung geändert. Sie hat die neue Technik ab etwa 1920 gefördert und auch den Aufbau einer regionalen Strom-Überlandversorgung durch die Gründung der Pfalzwerke unterstützt; das war 1912. Aus dem Pfalzwerkenetz wurde später auch Schifferstadt versorgt.
Gemeinderäte und Gemeindeausschüsse befassten sich in dieser Zeit verstärkt mit der Beleuchtung der Gemeinden und der Wohnungen durch elektrischen Strom. In Schifferstadt war bis zum Jahr 1920 die Baukommission für Elektrizität zuständig. Am 17.04.1920 wurde mit der Lichtkommission der erste Fachausschuss berufen. Ihr Name deutet auf den überwiegenden Einsatz der neuen Energieart hin.
Schifferstadt ließ in dieser hektischen Phase nicht zu, dass die Rheinelektra das Elektrizitätswerk an die Pfalzwerke verkaufen konnte und hat selbst 1920/21 die Anlagen übernommen, wie es der Konzessionsvertrag von 1899 durch die Einräumung des Vorkaufsrechtes vorsah. Das Werk wurde an die Pfalzwerke verpachtet.
Am 17.03.1921 hat die Gemeinde Schifferstadt mit den Pfalzwerken den ersten Stromlieferungsvertrag, parallel zu einem 15-Jahre-Pachtvertrag für das Ortsnetz, abgeschlossen. Mit dem Anschluss an das überörtliche Regionalnetz wurde das bisherige Gleichstromnetz auf Wechsel-/ Drehstrom umgebaut.
Für das Ortsnetz erhielt die Gemeinde einen bescheidenen Pachtzins. Nach Ablauf der Pachtzeit, 1935, und der damals erzwungenen Verlängerung um ein Jahr, hat die Gemeinde am 01.07.1936 eine eigenständige Elektrizitätsversorgung gegründet und den Netzbetrieb in eigene Regie genommen. Aus dem Stromnetz sind fortan gute Erträge erwirtschaftet worden.
Im Gründungsjahr der heutigen Elektrizitätsversorgung (1936) bestehen zwei Netze: ein Ortnetz mit einer Gebrauchsspannung von 125/220 V und ein Industrienetz mit 220/380 V, jeweils 50 Hz. Das Industrienetz war während der Pachtzeit von den Pfalzwerken für Ihre Großkunden errichtet worden, es wurde später - 1939 - von der Gemeinde angekauft.
Der Eigenbetrieb Elektrizitätsversorgung war mit seinen verschiedenen Abteilungen 50 Jahre lang in mehreren, z.T. weit auseinander liegenden Gebäuden untergebracht. Im alten und später auch im neuen Rathaus wurden für die kaufmännische Abteilung und die technische Betriebsführung Räume angemietet, in der Kirchenstr. 20 ("Grüner Baum") war die Betriebswerkstatt und in der Burgstr. 16 die Lager- und Fahrzeughalle untergebracht.
Die Werkstatt hatte ursprünglich einen anderen Standort. Vor 1960 war sie im damaligen Kraftwerksgebäude in der Bahnhofstr. eingerichtet. Das Büro war in der Mühlstraße 16 ("Weißes Haus") und auch im alten Rathaus untergebracht.
1986 war es endlich soweit. Alle Abteilungen, die Werkstatt und das Lager, bezogen den neuen Firmensitz Mühlstr. 18. Lange Wege und Reibungsverluste im Betriebsfluss fanden damit ihr Ende.
Schon frühzeitig wurde begonnen, alle Hausanschlüsse als Kabelanschlüsse auszulegen. Von Beginn der ersten Kabelarbeiten bis zum Abbau der letzten Freileitung in unserem Versorgungsgebiet vergingen 30 Jahre. Der letzte Freileitungsanschluss wurde 1991 in einen Kabelanschluss umgebaut.
Mit der wirtschaftlichen Ausbreitung in Schifferstadt geht auch die Erhöhung der elektrischen Bezugsleistung für den Energiebezug der Stadt Schifferstadt einher. Neue Industrieansiedlungen und damit eine Erhöhung der Einwohnerzahl machen die Leistungs- Anforderung auf 13 MW notwendig und dadurch den Bau einer neuen Übergabestation. Mit dem Bau einer neuen leistungsstärkeren Stromübergabestation "An der Rettungswache" wurde 1990 begonnen. Sie sollte die alte Übergabestation in der Bahnhofstraße ersetzen.
1994 wurde dann die neue Übergabestation mit SF6 Doppelsammelschienenanlage und digitaler Schutztechnik in Betrieb genommen. Gleichzeitig wurde die vorhandene Ton-Frequenz-Rundsteueranlage durch eine modernere Anlage ersetzt.
Der Eigenbetrieb Elektrizitätsversorgung und der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigungseinrichtung wurde 1996 räumlich wie auch organisatorisch zusammen gelegt. Dies war die Gründung der Stadtwerke.
Der liberalisierte Strommarkt stellt immer mehr Anforderungen an die Energieversorger. Darum entschlossen sich die Stadtwerke, 1999 der Energie Pfalz-Saar GmbH (EnPS) beizutreten. Durch die gemeinsame Bündelung des Energiebezuges und von Vertriebsaufgaben von mehr als 20 Stadtwerken, konnte man sich den neuen Anforderungen stellen.
Wir haben rechtzeitig die Veränderungen des Strommarktes erkannt und sich diesen gestellt. Die vielfältigen Tätigkeiten in der EnPS, bei anderen Energieversorgungsunternehmen und auch bei Neuentwicklungen zeigen, dass es sich bei uns um ein innovatives, dynamisches Versorgungsunternehmen handelt, welches die Zeichen der Zeit erkannt hat.