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Der Weg des Abwassers
Die Kanalisation: Der Sichere Weg in die Kläranlage.
Jahrhunderte hindurch hat man das Abwasser im Boden versickern lassen
oder in die fließenden Gewässer abgeleitet und der natürlichen
Selbstreinigungskraft der Gewässer vertraut. Heute ist es für uns nahezu
selbstverständlich, dass unser Abwasser in das Netz der öffentlichen
Kanalisation eingespeist wird. Immerhin sind 92% der Wohnbevölkerung
Deutschlands an die Kanalisation angeschlossen.
Das Abwasser wird unterirdisch in einem System von Röhren und
Schächten gesammelt. Mit zunehmender Menge werden die Querschnitte der
Leitungen immer größer, bis sie endlich in einen Hauptkanal münden, der
das Abwasser zur Kläranlage führt.
In der Kanalisation gibt es für die Sammlung von Schmutz- und
Regenwasser zwei unterschiedliche Verfahren: Das Mischsystem und das
Trennsystem. Der planende Ingenieur muss hier sein Fachwissen einbringen
und kann unter Hinzuziehung des ATV- DVWK-Regelwerks die optimale Lösung
ermitteln.
Beim Mischsystem fließen Regen- und Schmutzwasser in einen Kanal, Stauräume und Entlastungsbauwerke, in denen das Abwasser zurückgehalten werden kann, sorgen dafür, dass die Kläranlage bei starken Regenfällen nicht überlastet wird. Der Inhalt der Stauräume wird nach Regenende zur Kläranlage abgeleitet und dort biologisch gereinigt. Nur der Anteil, der das Rückhaltevolumen übersteigt, wird als stark verdünntes Mischwasser am Regenüberlauf in das Gewässer eingeleitet.
Das Trennsystem leitet das Regenwasser in separaten Kanälen direkt in ein Gewässer. Mitgeschwemmte Bestandteile werden in der Regel zuvor in Absetzbecken entfernt. In die Regenwasserkanäle dürfen über Straßengullys und Hofabläufe kein Abwasser oder flüssige Abfallstoffe gelangen. Trennsystem-Kanalisatoren erkennt man in der Regel an je zwei unmittelbar nebeneinander liegenden Kanaldeckeln in der Straße.
Bei der enormen täglichen Belastung werden an eine Kanalisation hohe Anforderungen gestellt: Die Rohrleitungen müssen den Belastungen standhalten, eine hohe Lebensdauer haben und für spätere bauliche Entwicklungen bereits frühzeitig bemessen werden. Es sollte eine Fließgeschwindigkeit erreicht werden, bei der Ablagerungen möglichst gering gehalten werden. Kanalschäden müssen, zur Vermeidung von Folgeschäden im Grundwasser und am Bauwerk selbst, frühzeitig erkannt und beseitigt werden.