Kind vor Wasserhahn

Umwelttipps und Gewässerschutz

Gewässerschutz beginnt im Haushalt

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und ein unverzichtbares Hilfsmittel im Haushalt. Täglich verbraucht ein erwachsener Mensch 3 l Trinkwasser. Eine weitaus größere Menge nämlich ca. 145 l Trinkwasser pro Tag und Person, werden zum Baden, Duschen, Geschirrspülen, Wäschewaschen und zur Toilettenspülung benutzt.

Nach dem Gebrauch wird aus Trinkwasser Abwasser, das in Kläranlagen gereinigt werden muss, bevor es in Flüsse und Bäche und damit in den Wasserkreislauf zurückgeführt wird. Für die Abwasserreinigung gibt es mechanische, biologische und chemische Verfahren, in denen Schmutzstoffe in verschiedenen Stufen bis auf eine geringe Restverschmutzung entfernt werden. Kritischer sind Stoffe, wie z.B. Schwermetalle, Mineralöle und Salze, die selbst bei Einsatz hoch entwickelter Reinigungsverfahren nicht vollständig aus dem Abwasser entfernt werden können.

Die KOMMUNALE UMWELT-AKTION (U.A.N.) hat in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. (VDG) einige Tipps zusammengestellt, wie auch Sie einen Beitrag zur Abwasserentlastung leisten können.

Leisten Sie einen Beitrag zum Schutz von Gewässern und unserem Trinkwasser!

  • Feste Abfälle
  • Reinigungs- und Putzmittel
  • Waschmittel
  • Öle und Fette
  • Altöl
  • Farbreste und Lösungsmittel
  • Pflanzenschutzmittel
  • Altmedikamente
  • Autowäsche
  • Kanalisationssysteme

Feste Abfälle

Eine Toilette ist kein Müllschlucker! Feste Abfälle gehören in die Mülltonne; sie können nicht nur Rohre verstopfen, sondern müssen auch mit großem Aufwand bei der Abwasserreinigung wieder herausgeholt werden.

Hausabfallzerkleinerer aller Art sind daher abzulehnen. Bei diesen Geräten steht im Vordergrund, dass aus Gründen der Bequemlichkeit das Abwasser ohne Rücksicht auf die Nachteile für Gewässer ausschließlich als Transportmittel benutzt wird.

Zu den festen Abfällen gehören insbesondere:

  • Lebensmittelreste
  • Zigarren- und Zigarettenreste
  • Textilien, Strümpfe
  • Wegwerfwindeln
  • Tampons, Binden, Slipeinlagen
  • Watte, Ohrenstäbchen
  • Rasierklingen, Einmal-Rasierapparate
  • Kleintiersand, Katzenstreu
  • leere Schachteln und Verpackungen

Die Beseitigung solcher Abfälle auf trockenem Wege sollte für jedermann eine Selbstverständlichkeit sein. In jedes Badezimmer gehört daher ein Abfalleimer.

Reinigungs- und Putzmittel

Reinigungs- und Putzmittel sollten sparsam verwendet werden. Die in den Reinigungsmitteln enthaltenen chemischen Substanzen werden in Kläranlagen oft nur unzureichend abgebaut und gelangen somit lediglich verdünnt in die Gewässer, die hierdurch erheblich belastet werden. Allein in der Bundesrepublik Deutschland wurden im Jahr 1986 über 2,2 Mio. Tonnen Reinigungs- und Putzmittel produziert. Das sind pro Einwohner 36 kg.

Besonders aggressiv sind Rohrreinigungsmittel. Diese Mittel können die Hausinstallation und die Kanalisation beschädigen. Gleichzeitig beeinträchtigen sie den Klärwerksbetrieb. Rohrreinigungsmittel bestehen hauptsächlich aus Ätznatron sowie aus Natriumnitrit.

Diese Verbindungen sind gewässerschädlich. Deshalb sollten mechanische Abflussreiniger wie die altbekannte Saugglocke oder die Rohrreinigungs- spirale verwendet werden. Neuerdings werden auch sog. Ökovakuumpumpen angeboten. Mit diesen rein mechanischen Mitteln wird mindestens die gleiche Wirkung wie mit chemischen Rohrreinigungsmitteln erreicht.

Waschmittel

Waschmittel enthalten verschiedene Substanzen, die in Kläranlagen nur teilweise abgebaut werden und deshalb erheblich zur Gewässerbelastung beitragen. Waschmittel sollten deshalb sparsam verwendet werden. Dadurch werden nicht nur die Gewässer entlastet, sondern auch Geld gespart.

Die erforderliche Waschmittelmenge richtet sich nach der Wasserhärte. Die Wasserhärte ist von Ort zu Ort verschieden und kann beim Wasserwerk erfragt werden.

Zu umweltbewusstem Waschen gehört natürlich auch, dass nur bei voller Waschmaschinentrommel gewaschen wird. Das spart Wasser und Energie. Soweit möglich, sollten Sparprogramme gewählt werden. Bei normal verschmutzter Wäsche sollte auf eine Vorwäsche verzichtet werden. Statt Vollwaschmittel sollte öfter Feinwaschmittel verwendet werden. Diese enthalten keine Bleichmittel und keine optischen Aufheller. Vollwaschmittel sind nur für die Kochwäsche notwendig. Auf die Weichspüler sollte ganz verzichtet werden.

Öle und Fette

Gebrauchte Öle und Fette, die beim Braten und Frittieren anfallen, gehören nicht in Waschbecken oder Toilette, denn sie verkleben die Rohrleitungen. Haushaltsreste an Brat- und Frittierölen sollten stets in geschlossenen Gefäßen (Gläsern, Flaschen) dem Hausmüll beigegeben werden.

Altöl

Altöl aus dem Kraftfahrzeugbereich darf nicht in das Abwasser gelangen. 1 l Öl kann 1 Mio. l Wasser verschmutzen. Wenn der Ölwechsel selbst durchgeführt wird, muss das Altöl aufgefangen werden, damit es nicht im Boden versickert oder in den Straßengully gelangt. Altölkanister gehören auch nicht in den Hausmüll. Verkaufsstellen von Mineralölen (z.B. Tankstellen und Supermärkte) sind seit dem 01. Juli 1987 gesetzlich zur Rücknahme von Altöl verpflichtet. Das Altöl sollte unbedingt an diesen Stellen abgegeben werden.

Farbreste und Lösungsmittel

Farbreste, Pinselreiniger, Kaltreiniger und Lösungsmittel sind Sonderabfälle und gehören auf keinen Fall ins Abwasser. Sie können die Mikroorganismen in der Kläranlage nachhaltig schädigen. Viele derartige Stoffe werden in Kläranlagen nicht abgebaut und gelangen lediglich verdünnt in die Gewässer.

Gebrauchte Farbverdünnungsmittel und Terpentinersatz können in einem geschlossenen Behälter gesammelt werden. Die Schmutzstoffe setzen sich bei längerem Stehen ab. Die Pinselreinigungsmittel können anschließend erneut verwendet werden. Größere Mengen an Farbresten und Lösungsmitteln sind unbedingt zu sammeln und bei den regelmäßigen Sondermüllaktionen abzugeben.

Kleine Farbreste sammeln oder - wenn das nicht möglich ist - in der offenen Dose aushärten lassen und anschließend dem Hausmüll beigeben.

Soweit möglich schadstoffarme, umweltfreundliche Farben benutzen. Die Jury Umweltzeichen hat umweltschonende Produkte mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.

Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel sind Gifte; auf sie sollte, wenn irgend möglich, ganz verzichtet werden. Wenn überhaupt, dann sollten derartige Stoffe nur in den Mengen gekauft und angemischt werden, die auch tatsächlich verbraucht werden.

Alte Spritzmittel und andere nicht mehr verwendbare Reste an den Handel zurückgeben oder bei den regelmäßigen Sondermüllaktionen abgeben.

Auf keinen Fall darf die Spritzbrühe in den Ausguss geschüttet werden, da die biologische Funktion der Kläranlagen empfindlich gestört wird.

Altmedikamente

Altmedikamente niemals in die Toilette schütten. Die Bestände an Altmedikamenten sind zurückzugeben. Der Apotheker weiß über die zweckmäßigste Art der Beseitigung Bescheid.

Kanalisationssysteme

Bei den Kanalisationssystemen wird zwischen dem Trennverfahren und dem Mischverfahren unterschieden:

Beim Trennverfahren gibt es zwei Leitungsnetze, eines für das Schmutzwasser und ein zweites für das Regenwasser. Zur Kläranlage führt nur der Schmutzwasserkanal. Das Regenwasser wird in den nächsten Bach oder Fluss eingeleitet. Schmutzstoffe, die in den Gully gelangen, fließen also ungereinigt in die Gewässer.

Beim Mischverfahren gibt es nur ein Leitungsnetz. Das Regenwasser wird zusammen mit dem Schmutzwasser zur Kläranlage geführt. Allerdings ist die Kanalisation nicht für extrem starke Niederschläge ausgelegt, so dass bei starkem Regen ein Teil des Abwassers ungereinigt direkt in die Flüsse oder Bäche geleitet wird.

Autowäsche

Putzabwässer, die z.B. beim Autowaschen oder bei der Treppenhausreinigung anfallen, dürfen nicht in Hof- oder Straßengullys geschüttet werden, die an die Regenwasserkanalisation angeschlossen sind. Über die Regenwasserkanäle gelangt dieses Schmutzwasser ungeklärt in die Gewässer.

Deshalb sollte der Putzeimer immer im Waschbecken oder in der Toilette ausgeleert werden, niemals über dem Straßengully.

Bei jeder Autowäsche tropft öl- und reinigungsmittelhaltiges Schmutzwasser herunter. Deshalb das Auto nicht auf dem Hof oder auf der Straße waschen; letzteres ist in vielen Gemeinden ohnehin verboten. Zum Autowaschen sollten Autowaschplätze aufgesucht werden, die über die notwendigen Einrichtungen, z.B. Ölabscheider, verfügen. Motorwäsche und Unterbodenwäsche sollten der Umwelt zuliebe auf jeden Fall nur dort ausgeführt werden, wo ein Ölabscheider vorhanden ist.