Kind vor Wasserhahn

Abwasserhistorie

Die ersten Gehversuche in Richtung Kanalbau und Bau einer mechanischen Kläranlage in Schifferstadt wurden bereits vor 80 Jahren unternommen. Im Jahr 1935 wurde dem Ingenieurbüro Kittelberger die Gesamtplanung übertragen. Doch zu dem Geldmangel kam 1938 der allgemeine Baustopp zugunsten des Westwalles. Nachdem Schifferstadt im Jahr 1963 mehr als 16.000 Einwohner zählte, musste damals mit Nachdruck an die Aufgabe "Abwasser" herangegangen werden.

Der erste Spatenstich zum Bau der mechanischen Kläranlage erfolgte am 3. Dezember 1963 durch den damaligen Bürgermeister Adam Teutsch. Die im Jahr 1965 in Betrieb genommene Anlage (Kosten etwa 1 Mio. €) hatte einen Reinigungsgrad von 30 %.

Am 20. September 1978 vollzog Bürgermeister Josef Sold den ersten Spatenstich zur Errichtung der biologischen Ausbaustufe und der Schlammbehandlung zur Erweiterung der mechanischen Kläranlage. Mitte des Jahres 1981 konnte dann die biologische Kläranlage in Betrieb genommen werden. Die Baukosten beliefen sich damals auf ca. 9,15 Mio. €; der Reinigungsgrad der biologischen Kläranlage liegt zwischen 96 und 98 %.

Mit dem ersten Abschnitt der Kanalisation für den Hauptsammler Nr. 1, der sich von der Kläranlage (Schwindlache) an der Mannheimer Straße bis zur Kreuzung Lillengasse / Ostring erstreckte, wurde im Juli 1963 begonnen. Seit 1963 wurden für das öffentliche Kanalnetz, für den Bau von Schmutzwasser- und Regenwasserpumpwerken sowie für Regenrückhalte- und Regenüberlaufbecken rund 30,9 Mio. € aufgewendet.

Zum 01. Januar 1986, also vor der gesetzlichen Regelung in der Gemeindeordnung von Rheinland-Pfalz (01.01.1988), wurde ein Eigenbetrieb "Abwasserbeseitigung der Stadt Schifferstadt" errichtet. Gründe hierfür waren zum einen, die Kostenentwicklung früher zu erkennen, zum anderen wurden früher die Voraussetzungen geschaffen, Zuwendungen und zinslose Darlehen nach den Förderrichtlinien der Wasserwirtschaftsverwaltung zu beantragen.

Der letzte Bauabschnitt der Kläranlage (Ausbau der dritten Reinigungsstufe) wurde im Jahr 1994 begonnen und am 31. Mai 1995 behördlich abgenommen. Im Zuge dieser Arbeiten sanierte man gleichzeitig die bestehende Belebungsanlage und integrierte sie in den neuen Klärprozess. Die Gesamtausbaukosten beliefen sich auf rd. 5,1 Mio. €. Die neue Klärstufe eliminiert auf biologische Weise den überwiegenden Teil des Stickstoffs aus dem Abwasser. Mit der neuen Anlage kann auch das Phosphat zum größten Teil abgebaut werden. Damit befindet sich die Kläranlage auf dem neuesten Stand der Technik.

Der Stadtrat beschloss am 26. September 1996 die Gründung eines neuen Eigenbetriebes der Stadt Schifferstadt mit den Betriebszweigen Abwasserbeseitigungseinrichtung und Elektrizitätswerk. Seit dem 01.01.1997 sind die bisher getrennten Eigenbetriebe zum Eigenbetrieb "Stadtwerke Schifferstadt" zusammengefasst.